Una vida artistica
 
(c) 2009 Carlos Rodríguez Sánchez
(http://www.rodriguez-sanchez.de)

Una vida artistica entre las culturas

Schon als Kind habe ich es geliebt, mit Buntstiften zu zeichnen und aus Ton oder Knetgummi Tierfiguren zu modellieren. Es hat mich immer schon fasziniert, zu malen und neue Farbkombinationen zu schaffen.

Beeindruckt von der Werken der großen Künstler wollte ich schon damals alles wissen, was ich über diese Menschen in Erfahrung bringen konnte. Ich las Bücher, Monografien, Biografien und sammelte Ausstellungskataloge. In meiner freien Zeit besuchte ich alle Museen und Ausstellungen, die für mich als Jugendlichen erreichbar waren.

Als junger Erwachsener entschied ich mich dafür – neben dem Studium der Philosophie und Literatur - auch Zeichnen und Malen zu studieren: Eine echte Zumutung für meine große, ausgesprochen konservativ geprägte Familie!

Beim Zeichnen konzentrierte ich mich auf die menschliche Figur und meine ersten Werke in der Malerei waren Stillleben. Später, beeinflusst durch die aufkommende Pop-Art, änderte sich mein Stil deutlich und ich realisierte großformatige Plakate im expressiven „psychedelischen“ Stil.

Ich bin mit ganzem Herzen El Salvadorianer – und fühle mich damit als Teil der mythischen, magischen und religiösen Welt der Ethnien wie Mayas, Azteken oder Tolteken. Dieses Bewusstsein beeinflusste meine Arbeit über eine lange Phase so sehr, dass ich mich in meinen Werken ausschließlich der Menschen und Götter dieser Kulturen widmete.

Später begann ich ihre Symbolik in Naturmaterialien - wie zum Beispiel Leder - zu verarbeiten, Skulpturen aus Holz und Gips zu schaffen und mit neuen Techniken wie Siebdruck und Batik zu experimentieren.

Prägend für mein Schaffen waren seit dieser Zeit auch die gelebten Traditionen der lateinamerikanischen Völker in Guatemala, Mexiko und natürlich El Salvador. Meine liebsten Motive waren Marktszenen, religiöse Feste und Szenen aus dem Alltag der Landbevölkerung, die ich in zum einen in Aquarellen aber auch in intensiv-farbigen Bildern aus Farbstift, Pastellkreide und Tinte festhielt.

Mit 32 Jahren lernte ich den Künstler Fernando Llort kennen und arbeitete mit ihm zusammen – in dieser Zeit begann ich, die Entwürfe in Keramiken, Siebdrucke und Radierungen umzusetzen. Es folgte eine intensive Schaffensphase, aus der ganze Serien von Radierungen und Drucken in limitierter Auflage stammen. Das Motiv: die Muster der Kleidung verschiedener Völker Mittelamerikas.

Der Bürgerkrieg in El Salvador zwang mich dazu, mein Land zu verlassen: Als Künstler mit Kontakten zu regierungsfeindlichen Gruppierungen war ich ein unbequemer Kritiker. Ich wanderte nach Mexiko aus. Während dieses nicht enden wollenden, blutigen Bürgerkrieges wuchs mein Abscheu gegenüber der brutalen Unterdrückung des Volkes durch die Machthaber. Natürlich prägten diese Eindrücke ganz entscheidend auch meine künstlerische Arbeit: Der ungleiche Kampf und die Unterdrückung sind die zentralen Themen meiner Bilder aus dieser Zeit.

Über meine Zusammenarbeit mit den Organisationen der Ex-Guerilla hatte ich viel Kontakt mit Vertretern ausländischer Solidaritätsbewegungen. Auf diese Weise lernte ich auch meine Frau kennen, mit der ich später nach Deutschland übersiedelte und mich in Hannover niederließ. Eine gänzlich neue Welt!

Diese Entscheidung sollte nicht nur mein bisheriges Leben, sondern auch mein Kunstschaffen noch einmal komplett auf den Kopf stellen: Wenn Sie nun meine aktuellen Arbeiten sehen, finden Sie darin das Ergebnis dieser Mischung verschiedener Kulturen, Schaffensphasen und Lebenserfahrungen zwischen zwei Kontinenten, die unterschiedlicher nicht sein könnten...

Ausbildungen



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